IIIB-Projektdetails

ComCoast - Combined functions in coastal defence zones



Planungsskizze "Multifunktionale Küstenschutzzone"

Planungsskizze "Multifunktionale Küstenschutzzone"

Deich (Foto: Frank Ahlhorn)

Deich (Foto: Frank Ahlhorn)

Projektbeschreibung
Das Projekt ComCoast hatte sich zum Ziel gesetzt, Herangehensweisen zu erarbeiten, die die Umsetzung von multifunktionalen Küstenschutz-Zonen unterstützen. Aufgrund des Klimawandels, aber auch wegen bereits bestehender Beanspruchungen (z.B. nicht tragfähiger Untergrund, erhöhter Platz- und Materialbedarf bei einer Deichverstärkung), steht der Küstenschutz im südlichen Nordseeraum vor neuen Herausforderungen. Diese erfordern neue Strategien für die Umsetzung von Küstenschutzmaßnahmen. Eine grundlegende Idee ist, vom linienhaften Charakter des heutigen Schutzsystems hin zu einem flächenhaften Schutzsystem überzugehen. Küstenschutzzonen haben den Vorteil, dass sie die gewohnte bzw. eine erhöhte Sicherheit gegenüber Sturmfluten gewähren und gleichzeitig weitere Nutzungen ermöglichen können. In den europäischen Partnerländern Belgien, England, Dänemark Deutschland und den Niederlanden wurden zu verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten Konzepte für die Anwendung multifunktionaler Küstenschutzzonen erarbeitet.

Deutscher Partner in ComCoast war das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. Als Subpartner beteiligte sich der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserhaushalt, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Ein Netzwerk von Vertretern von Interessensgruppen im deutschen Fokus-Raum nahe Neßmersiel war in die Arbeiten intensiv eingebunden.

Die im europäischen Kontext erzielten Ergebnisse, Lösungsansätze und Empfehlungen in ComCoast eröffnen die Möglichkeit einer nachhaltigen Entwicklung in überflutungsgefährdeten Küstenabschnitten.

Wichtige Elemente, um erste Schritte in Richtung eines zukunftsweisenden Küstenschutzes als Bestandteil einer integrierten Raumplanung zu gehen, sind: Die Berücksichtigung multifunktionaler Nutzung, die gemeinsame Erarbeitung verschiedener Nutzungs-Optionen (Szenarien), eine objektive sozio-ökonomisch-ökologische Bewertung und die Beteiligung aller relevanten Nutzergruppen (Partizipation) in jedem Schritt eines Umsetzungsprozesses. Entsprechende Methoden wurden in ComCoast erarbeitet und stehen zur Anwendung bereit.

Ergebnisse des deutschen Partners
Die Pilotstudie in Niedersachsen fokussierte sich auf das Gebiet „Neßmersiel“ (Landkreis Aurich - Ostfriesische Küste). Hier konnten  in einem gemeinsamen Planungsprozess durch Vertreter relevanter gesellschaftlicher Gruppen (Gemeinde, Landkreis, Bundesland; Tourismus, Deichband, Naturschutz, Nationalparkverwaltung, Landwirtschaft) alternative Raumentwicklungskonzepte auf der Basis multifunktionaler Küstenschutzzonen entwickelt werden. Von den Teilnehmern wurden für das Pilotgebiet mit der Hilfe von Szenarien verschiedene Optionen für die Raumnutzung im Jahre 2050 erarbeitet. Der in dieser Studie erstmalig im Küstenraum angewandte partizipative Planungs- und Bewertungsprozess wird im Rahmen anderer europäischer Projekte erfolgreich angewendet und weiterentwickelt.

Leadpartner
Ministry of Transport, Public Works and Water Management, Directorate-General of Public Works and Water Management, Road and Hydraulic Engineering Division, Delft

Leadpartner-Land
Niederlande

Weitere Partner
Zeeland Province, Middleburg (NL); Groningen Province, Groningen (NL); Hulst Municipality, Hulst (NL); Waterschap Zeeuwse Eilanden (WZE), Goes (NL); Waterschap Zeeuws Vlaanderen, Terneutzen (NL); Environment Agency, Ipswich (UK); Ministry of the Flemish Community, Environment and Infrastructure, Waterways and Marine Affairs Administration, Sea Scheldt Division, Antwerpen (BE); Danish Coastal Authority, Lemvig (DK)

Weitere deutsche Partner
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg

Projektansprechpartner/Kontakte in Deutschland
Dr. Thomas Klenke
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
COAST - Zentrum für Umwelt und Nachhaltigkeitsforschung
Postfach 2503
26111 Oldenburg
Tel. 0441 798-4799
thomas.klenke(at)uni-oldenburg.de

Gesamtbudget
5.800.000 €,
davon 2.900.000 € EFRE

Budget des deutschen Partners
588.000 €,
davon 294.000 € EFRE

Förderung durch andere Institutionen
-

Laufzeit
Juni 2004 - Dezember 2007


Themenfelder und Schlagworte
Verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt, Risikomanagement an Flüssen und Küsten, Klimawandel/Klima- und Küstenschutz, Natur und Umwelt/Umweltschutz, Risikomanagement, Niedersachsen, Noord-Nederland, West-Nederland, Eastern, Flandern, Dänemark, Belgien, Deutschland, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Großbritannien, East Midlands, North East, Scotland, Yorkshire and The Humber, Niederlande, Oost-Nederland