Priorität 4: Förderung nachhaltiger und wettbewerbsfähiger Städte und Regionen
Nachhaltigkeit ist eine wichtige Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Städte und Regionen. Für die Zukunft des Nordseeraums ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Funktionen unserer Dörfer und Städte als Märkte für Waren und Dienstleistungen und als Lebensraum für ihre Einwohner gesichert werden.
Ziel dieser Priorität ist es, die Entwicklung dynamischer und erfolgreicher Kommunen in allen Teilen des Programmraums zu unterstützen, indem die Stärken städtischer und ländlicher Regionen ausgebaut und die Beziehungen zwischen diesen Regionen gestärkt werden. So entstehen attraktive Lebens-, Arbeits- und Investitionsstandorte. Das bedeutet, dass in die Zukunft investiert und die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit dieser Orte gewährleistet wird. Vor allem aber soll ein hoher Lebensstandard gesichert werden, der auf den besonderen Qualitäten des kulturellen und natürlichen Erbes und der bebauten Umgebung beruht.
Im einzelnen können Projekte mit folgenden Schwerpunkten gefördert werden:
- Umgang mit den Bedürfnissen insbesondere schrumpfender Regionen
- Förderung von nachhaltigem Wachstum in wachsenden Regionen
- Förderung von Energieeffizienz in Städten und Regionen
Beispiel für ein strategisches Projekt in Priorität 4
Zusammenarbeit zwischen den Küstenstädten des Nordseeraums
Viele Städte und Gemeinden entlang der Nordseeküste sind den Folgen des Klimawandels (Überschwemmungen an den Flüssen, Anstieg des Meeresspiegels) hilflos ausgesetzt. Gleichzeitig spielen sie eine wichtige Rolle als Motor für den Wohlstand und die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Nordseeraums.
Im Rahmen eines strategischen Projekts könnte daher ein ganzheitlicher Ansatz zur Entwicklung dieser Regionen erarbeitet werden, der der multifunktionalen Relevanz dieser Regionen im Hinblick auf die regionalen, nationalen und europäischen Entwicklungen in den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft, Industrie und Verkehr, aber auch Raumnutzung und Wohnungswesen Rechnung trägt. Ein Netzwerk verschiedener Vorbildprojekte könnte unterschiedliche technische und strategische Ansätze vorstellen, die sich mit den Problemen des Hochwasserschutzes und der Anpassung der Regionen an die strukturellen sozioökonomischen Veränderungen befassen. Hierzu könnten lokale und regionale Partnerschaften zwischen Städten und (Hafen-) Behörden gebildet werden. So wird Wissen darüber gewonnen, wie diese empfindlichen Gebiete wiederstandsfähiger gemacht und wie sie an die Folgen des Klimawandels angepasst werden können - Wissen, das in die Erarbeitung nationaler Strategien einfließen kann.
Da die Küstenregionen eine Schlüsselrolle für die regionalen Wirtschaftsaktivitäten und für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Nordseeraums spielen, verfolgen strategische Projekte in diesem Bereich einen breiteren sozioökonomischen und ökologischen Ansatz. Sie wirken sich auf die nachhaltige Entwicklung beispielsweise von Hafenstädten aus, die sich den Veränderungen in der maritimen Industrie, im Seeverkehr und in der demographischen Situation anpassen müssen.
Ein wichtiges Ergebnis eines strategischen Projekts in diesem Bereich wäre beispielsweise die Erarbeitung einheitlicherer und kompatibler nachsorgender Maßnahmen über nationale und regionale Grenzen im Nordseeraum hinweg. Auch die Schaffung günstiger Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung zukunftsorientierter Industriezweige oder die Förderung von Branchen, die zur wirtschaftlichen Diversifizierung und zu mehr Beschäftigung in diesen Regionen beitragen können, und die Förderung umweltbewusster Managementansätze sind hier zu nennen.
Quellen:
- Deutsche Übersetzung Operational Programme, Kapitel 4.4.1, 4.4.4.4 (PDF Datei, 780 KB)
- BBR - Flyer für den Interreg IV B Nordseeraum (PDF Datei, 1 MB)
